Es klimpert und klappert, wenn die blinkenden Euro aus der Münzpresse kullern. Wer hört das nicht gern? In Stuttgart kann man sogar dabei zusehen. Ein knappes Viertel des Kleingelds, das in Deutschland im Umlauf ist, kommt aus der Staatlichen Münze in Cannstatt. Bei Führungen durch die Münzstätte kann man einen Blick in die großen Kisten mit den runden Rohlingen, auf die Stempel mit den Motiven und in die Maschinen werfen. Letztere stammen übrigens auch aus Baden-Württemberg – nämlich von der Firma Schuler in Göppingen. 

In kleinen Förderaufzügen wandern die Rohlinge nach oben und fallen durch Schläuche in die Presse, wo sie gleichzeitig geprägt und noch einmal exakt rund ausgestanzt werden. Und das im Zehntelsekundentakt! Nebenbei erfährt man viel Interessantes: zum Beispiel, wo das Rohmaterial herkommt oder dass die Cannstatter Münze auch andere Länder beliefert, etwa Slowenien oder sogar Bolivien. Oder warum ein 50-Cent-Stück einen anderen Rand hat als das 2-Euro-Stück. Öffentliche Führungen gibt es jeden ersten Mittwoch im Monat.

Casino-Ambiente live erleben

Das liebe Geld lässt sich wohl kaum schneller, aber auch stilvoller auf den Kopf hauen als im Casino. Eine der traditionsreichsten und bekanntesten Spielbanken Europas beherbergt das klassizistische Kurhaus in Baden-Baden. Unter prunkvollen Kronleuchtern und in elegantem, teils historischem Dekor locken hier der Roulettetisch und andere Versuchungen.

Gefahrlos Casino-Luft schnuppern lässt sich bei öffentlichen Führungen am Vormittag. Ganz in Ruhe kann man die Säle bestaunen, deren Namen Bände sprechen: Markgrafensaal, Club Bernstein oder Salon Pompadour. Der Rote Saal erinnert gar an die französischen Königsschlösser Fontainebleau und Versailles. Wer den Reichen und Schönen live beim Zocken über die Schulter schauen möchte, kann an Gruppenführungen bei laufendem Spielbetrieb teilnehmen. Das ist allerdings erst ab 21 Jahren erlaubt, um angemessene Garderobe inklusive Krawatte wird gebeten.

Ursula Wirtz
aktiv-Redakteurin

Als Mitglied der Stuttgarter aktiv-Redaktion berichtet Ursula Wirtz aus den Metall- und Elektrounternehmen in Baden-Württemberg sowie über Konjunktur- und Ratgeberthemen. Sie studierte Romanistik und Wirtschaftswissenschaften. Später stieg sie bei einem Fachzeitschriftenverlag für Haustechnik und Metall am Bau in den Journalismus ein. Neben dem Wirtschaftswachstum beobachtet sie am liebsten das Pflanzenwachstum in ihrem Garten.

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